5. September 2026

Was bedeutet Resilienz?

See eingerahmt von Bergen

Ist es Durchhalten?
Härter werden?
Einfach weitermachen ohne auf den Körper und die Gesundheit zu hören?

Lindsey Vonn hat nach dem Sturz bei den Olympischen Spielen 2026 über ihren abrupt geendeten Olympic Dream geschrieben. Ehrlich. Reflektiert. 100% Sportlerin.

Genau in dieser Haltung zeigt sich Resilienz.

Nicht das Ausblenden von Rückschlägen.
Nicht das permanente Funktionieren.
Sondern die Fähigkeit, mit Niederlagen umzugehen, Coping-Mechanismen zu aktivieren, Emotionen zuzulassen, sich neu auszurichten, und nach einer solchen „Erschütterung“ wieder handlungsfähig zu werden.

Für Eltern zeigt sich Resilienz oft im Kleinen. Wenn ein Projekt scheitert und zuhause trotzdem jemand Aufmerksamkeit braucht. Wenn Schuldgefühle auftauchen – und man lernt, sie einzuordnen statt sich von ihnen bestimmen zu lassen. Wenn ein Tag chaotisch war – und man sich erlaubt, ihn abzuhaken und nach vorne zu schauen, statt sich selbst infrage zu stellen.

Resilienz heißt nicht, dass immer Alles einfach ist. Ebenso wenig, dass manche Dinge und Ereignisse nicht schmerzen dürfen, sondern dass wir einen gesunden Umgang damit finden.

Und das ist keine Eigenschaft, die man entweder hat oder nicht. Früher wurde Resilienz vor allem als stabile Persönlichkeitseigenschaft verstanden: Manche Menschen gelten als besonders stressresistent, optimistisch, widerstandsfähig. Resilienz wird zunehmend als dynamischer, kontextabhängiger Prozess beschrieben. Sie zeigt sich erst unter Belastung – und entsteht im Zusammenspiel von persönlichen Ressourcen, sozialer Unterstützung und äußeren Rahmenbedingungen.

Optimismus & Co. sind also nicht „die“ Resilienz, sondern die Säulen der Resilienz.

Die zentrale Erkenntnis:
Resilienz ist nicht starr. Sie ist entwickelbar und immer eingebettet in das Umfeld, in dem wir leben und arbeiten. Resilienz ist eine Kompetenz, die sich entwickeln kann, um eine gute Antwort zu finden auf: „Wie gehe ich mit meinen eigenen „DNF-Momenten“ um?“

Quellen:

Hartigh, R., & Hill, Y. (2022). Conceptualizing and measuring psychological resilience: What can we learn from physics?. New Ideas in Psychology. https://doi.org/10.1016/j.newideapsych.2022.100934.

Kuldas, S., & Foody, M. (2021). Neither Resiliency-Trait nor Resilience-State: Transactional Resiliency/e. Youth & Society, 54, 1352 – 1376. https://doi.org/10.1177/0044118×211029309.

Maltby, J. (2024). Networking trait resilience: Unifying fragmented trait resilience systems from an ecological systems theory perspective. Journal of Personality, 93, 216 – 232. https://doi.org/10.1111/jopy.12925.

Rampe, M. (2010). Der R-Faktor: Das Geheimnis unserer inneren Stärke. BoD–Books on Demand.

Stainton, A., Chisholm, K., Kaiser, N., Rosen, M., Upthegrove, R., Ruhrmann, S., & Wood, S. (2018). Resilience as a multimodal dynamic process. Early Intervention in Psychiatry, 13, 725 – 732. https://doi.org/10.1111/eip.12726.elcome to WordPress. This is your first post. Edit or delete it, then start writing!

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